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Häufig gestellte Fragen

Hier bekommt ihr die Antworten

Ist das Klima von Arosa gut verträglich für die Bären?

Braunbären sind an alpines Klima natürlich angepasst. Bis Ende des 19. Jahrhunderts lebten Braunbären in ganz Graubünden und auch in Arosa. Flurnamen in Arosa wie Bärenbad, Bärenried oder Bärental sind Zeitzeugen.

Werden die Bären in Arosa kastriert?

Männchen werden grundsätzlich in allen VIER PFOTEN Auffangstationen kastriert. In Arosa werden auch die Weibchen sterilisiert, um keine wilden Bären anzulocken.

Weshalb ist eine Absonderung notwendig?

Eine Absonderung ist notwendig, um seuchenrechtlichen Bestimmungen gerecht zu werden und die Übertragung von möglichen Krankheiten auf einheimische Wildtiere zu vermeiden.

Wie alt können solche Bären werden? Weiss man das?

Die Lebenserwartung eines Braunbären beträgt ungefähr 30 Jahre.

Fellwechsel?

Einen Fellwechsel gibt es bei Braunbären einmal pro Jahr, im Sommer. Braunbären haben somit kein spezielles Sommer- oder Winterfell (wie beispielsweise Wölfe). Es ist ganz normal, dass die neuen Haare eher dunkel nachstossen und dann mit der Zeit und vor allem im Frühling teils sehr hell werden können. Dies ist je nach Individuum unterschiedlich. Wieso grundsätzlich die Haare im Winter eher dunkel und im Frühling dann hell werden, ist nicht bekannt. (Spekulative Erklärungen: Sonnenlicht bleicht die Haare)

Wer leitet das Arosa Bärenland?

Das Arosa Bärenland wird von der Stiftung Arosa Bären betrieben. Der Stiftungsrat setzt sich aus Vertretern von VIER PFOTEN, Arosa
Tourismus und den Arosa Bergbahnen zusammen. Das Arosa Bärenland ist primär ein Kooperationsprojekt zwischen VIER PFOTEN und
Arosa Tourismus.

Gilt das Ticket fürs Bärenland für den ganzen Tag?

Ja

Ist das Arosa Bärenland rollstuhlgängig?

Ja

Wie gross ist das Gehege im Arosa Bärenland für die Bären?

Die Bären haben total 28‘000qm zur Verfügung (2,8ha). Bei Bedarf kann das Gehege in zwei Teile von 12‘000qm und 16‘000qm unterteilt
werden. Die fünf vorhandenen Ställe sind je 10qm (2,5 x 4m2) gross, das Innengehege (Vorhof + Zusatzgehege) ca. 164 m2 + 152 m2 und das Aussengehege ca. 1,6 ha (Süd) und ca. 1,2 ha (Nord).

Wie viele Bären hat VIER PFOTEN schon transferiert?

In den vergangenen 20 Jahren hat VIER PFOTEN mehr als 120 Bären gerettet und in die VIER PFOTEN eigenen Bärenschutzzentren oder Partnerprojekte transferiert.

Das Arosa Bärenland hat Platz für maximal 5 Bären. Lohnt sich das überhaupt? Ist das nicht nur ein Tropfen auf den heissen Stein?

Dazu eine kleine Geschichte...

Ein alter Mann läuft an einem Meeresstrand entlang. Das Wasser zieht sich langsam für die Ebbe zurück. Da sieht er vor sich einen jüngeren Mann, der etwas vom Strand aufhebt und ins Meer wirft. Zunächst denkt sich der alte Mann, das es sich wohl um Muscheln handeln müsste oder Steine. Aber als er näher hinzu kommt, sieht er, dass der junge Mann Seesterne aufhebt und sie zurück ins Meer wirft. Daraufhin spricht er den jungen Mann an, was er da tue. Dieser sagt: „Ich rette den Seesternen das Leben.“ Der alte Mann schaut sich um und sagt: „Aber siehst Du nicht wie unendlich lang dieser Strand ist – Du kannst gar nicht alle Seesterne retten. Was du tust, macht also gar keinen Unterschied.“ Der junge Mann antwortet: „Es stimmt, ich kann sie nicht alle retten.“ Er bückt sich und hebt einen weiteren Seestern auf und wirft ihn ins Meer. „Aber für diesen einen macht es einen großen Unterschied.“

Warum gehen jahrelang misshandelte Bären in die Winterruhe, obwohl sie zuvor noch nie eine Winterruhe gemacht haben?

Das Verhalten der Braunbären ist darauf ausgerichtet, sich während der nahrungsreichen Zeit im Sommer Fettreserven anzulegen, um die nahrungsknappe Zeit im Winter überhaupt überleben zu können. Damit im Winter möglichst wenig Energie verbraucht wird, drosseln die Bären im Spätherbst ihren Stoffwechsel. Sie verringern ihren Appetit, verringern ihre Aktivitäten und fressen nur noch das, was sie mit geringstem Aufwand finden. Wenn es dann keine Nahrung mehr hat, treten sie die Winterruhe an und brauchen minimale Energiemengen. Dieser Stoffwechselzyklus ist erblich fixiert, das heisst angeboren.

Auch die misshandelten Bären drosseln im Winter erblich fixiert ihren Stoffwechsel. Da sie jedoch im Interesse der damaligen Besitzer auch im Winter gefüttert wurden und keine bärengerechte Rückzugsmöglichkeiten (Höhle) hatten, blieben sie auf tiefem Niveau aktiv und konnten von den Besuchern beobachtet werden. Im Arosa Bärenland stellen wir anfangs Winter die Fütterung naturgemäss ein und es sind geeignete Höhlen vorhanden. In dieser Zeit und in dieser Situation treten die Bären erblich fixiert die Winterruhe an.

Wird eine Vergesellschaftung aller Bären möglich sein?

Braunbären sind Einzelgänger und leben in ihren Streifgebieten. Ist das Nahrungsangebot im Streifgebiet knapp, sind sie sozial unverträglich. Die starken Bären vertreiben die schwächeren Bären. Mit zunehmendem Nahrungsangebot werden die Braunbären immer toleranter. Es geht bei den Bären um Nahrungskonkurrenz. Ist bei einem extrem hohen Nahrungsangebot die Nahrungskonkurrenz ausgeschaltet, fressen mehrere Bären friedlich direkt nebeneinander (Bsp. Lachszüge im Herbst). Somit wird sich auch im Arosa Bärenland eine Hierarchie bilden. Um die Nahrungskonkurrenz klein zu halten, werden wir entsprechend genügend Futter verabreichen und täglich in der ganzen Anlage verteilen. So gelangen auch unterlegene Bären an genügend Futter.